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Mittwoch, 30. November 2011 23:09

Wissenschaftsquartier Magdeburg

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Wissenschaftsquartier Magdeburg

Zur Qualifizierung als Wissenschafts-, Bildungs- und Wirtschaftsstandort entwickelt die Stadt Magdeburg ihr Wissenschaftsquartier. Dieses Projekt ist einer der wichtigsten Bausteine der Stadtentwicklung Magdeburgs. Ziel ist es, die Standorte für Wissenschaft und Forschung zu einem Quartier zusammenzufassen und Flächen zur Erweiterung zu entwickeln. Ausgehend von der innenstadtnahen Lage am Landschaftsraum der Elbe und am historischen Handelshafen soll ein attraktives und lebendiges Stadtquartier mit Wohn-, Freizeit- und Kulturnutzungen als Zentrum für Innovations- und Wissenstransfer entstehen. Aus einem internationalen städtebaulichen und freiraumplanerischen Wettbewerb zum Wissenschaftsquartier ist 2010 das Berliner Büro SMAQ zusammen mit HL-Landschaftsarchitekten als Gewinner hervorgegangen und wurde anschließend mit der Erstellung des Masterplans für das 48 ha große Gebiet beauftragt, der nun vorliegt.

Der Masterplan bildet die Grundlage für die Entwicklung des Wissenschaftsquartiers auf den Flächen des denkmalgeschützten ehemaligen Handelshafen Magdeburg-Neustadt; er schafft die Voraussetzungen für die Verknüpfung mit der Otto-von-Guericke-Universität und den Forschungsinstituten am Askanischen Platz sowie für die Gestaltung eines gemeinsamen Entrées. Im Konzept sind neben der Verdichtung und Umnutzung des Areals durch wissenschaftlich-gewerbliche Nutzungen auch Wohn-, Freizeit- und Kulturnutzungen sowie Versorgungseinrichtungen vorgesehen, die in Zukunft Raum für zusätzlich ca. 4000 Menschen zum Arbeiten und für ca. 600 zum Wohnen bieten werden.

Die Besonderheit dieses Konversionsprojektes liegt in der Integration des Wissenschaftsquartiers in die fragmentierte Stadtstruktur - über die in der Nach-Wende-Zeit geschaffene infrastrukturelle Barriere der Sandtorstraße hinweg mit räumlichen und freiräumlichen Mitteln. Das neue Wissenschaftsquartier formuliert Schnittstellen zum Quartier Alte Neustadt sowie zum Kultur- und Freizeitbereich am nördlichen Ende des Hafens. Dadurch rückt die Stadt an die Elbe und das Kulturdenkmal des ehemaligen Handelshafens wird zum erlebbaren und gelebten Stadtraum.

Das Wissenschaftsquartier leistet einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung. Es werden innerstädtische Flächenreserven in verdichteter Bauweise entwickelt und stadtteilnah Flächen zur Naherholung am Elbeufer erschlossen. Das Wissenschaftsquartier setzt auf „Alternative Mobilität“ indem es den Fußgänger- und Fahrradverkehr fördert. Ökologische Belange werden durch einen am flusstypischen und ruderalen Vegetationsbestand ausgerichteten Freiraum und durch eine den lokalen Wasserhaushalt verbessernde Flächenbehandlung in die Gestaltung integriert.

Drei Leitbilder kennzeichnen den Masterplan: Sichtbarkeit, Kommunikation und Durchlässigkeit.

Sichtbarkeit - Ausbildung eines nach außen und innen als Ganzes wahrnehmbaren Wissenschaftsquartiers. Im heterogenen Kontext wird das Wissenschaftsquartier durch eine einheitliche Sprache in der Gebäude- und Freiraumgestaltung sichtbar. Die bauliche und freiräumliche Sprache entfaltet sich aus dem Zusammenspiel von Alt und Neu. Die Einheitlichkeit der Höhen der neuen Gebäudetextur setzt die prägenden Speichergebäude in Szene. Am Quartiereingang Sandtorplatz verankern neue Hochpunkte das Quartier sichtbar in der Stadtstruktur.

Kommunikation - Ausbau von verbesserten Kommunikationsstrukturen im Wissenschaftsquartier. Durch programmatische Nähe, bessere Vernetzung der Teilbereiche, Fokussierung der Bewegungen auf Knotenpunkte und hohe Aufenthaltsqualität im Freiraum wird die Kommunikation verbessert. Das Raumsystem und kommunikative Rückgrat des Wissenschaftsquartiers basiert auf einer Verkettung unterschiedlicher öffentlicher Räume. Eine Raumsequenz verbindet die Universität und den neuen östlichen Campusplatz über die Sandtorstraße hinweg mit dem Entrée Sandtorplatz und dem Charles-de-Gaulle-Platz am Hafenbecken bis an die Elbe. Entlang des Hafenbeckens wird die Raumfolge über die Hafenpromenade bis zum neuen Silo-Platz an den historischen Reichseinheitsspeichern geführt und findet ihren Abschluss am Platz der Hubbrücke mit dem historischen Kettendampfer „Gustav Zeuner“.

Durchlässigkeit - Integration des Wissenschaftsquartiers durch Offenheit und Verflechtung mit dem städtischen und landschaftlichen Kontext. Das Wissenschaftsquartier macht den Flussraum von der Stadt aus räumlich geführt erreichbar. Wichtigstes Bindeglied zur Verknüpfung der Alten Neustadt mit dem Elberaum bildet der Sandtorplatz zwischen Wittenberger Platz und Elbbalkon am Flussufer. Querungen im Speicher-Areal und eine neue Fußgängerbrücke über das Hafenbecken überwinden auch historische Barrieren. Der Sport- und Erholungsraum entlang der Elbe mit dem internationalen Elberadweg verknüpft das Wissenschaftsquartier mit dem Stadtzentrum flussabwärts und dem Landschaftsraum flussaufwärts.


Auftraggeber: Landeshauptstadt Magdeburg und Otto-von-Guericke-Universität

Team:
SMAQ: Sabine Müller, Andreas Quednau, Robert Gorny, Anna Kostreva, Sara Favargiotti, Urs Kumberger, Susanne Lettau, Matthias Titze
HL Landschaftsarchitekten: Florian Heilbronner, Nil Lachkareff

 

  • Projektbeteiligte

     

    Architekten
    SMAQ, Berlin (DE) 
    Landschaftsarchitekten
    Heilbronner Lachkareff Landschaftsarchitekten, Berlin (DE) 
  • Projektdaten

     

    Baubeginn 2012
    Fertigstellung 2025
    Gebäudetyp Areal-, Gebietsplanung, städtebauliche Entwürfe
    Projektadresse DE-39106 Magdeburg

Quelle: http://www.competitionline.com/de/projekte/46393
Gelesen 265 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 30. November 2011 23:17
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